Saarbrücken - 31.08. bis 05.09.2010

 

Grand Prix Gold Bitburger Open 2010

 

  
Wie sollte es anders sein: China war die dominierende Nation bei den Bitburger Badminton Open. Vier der fünf vergebenen Titel sicherten sich die Badminton-Künstler aus dem Reich der Mitte. Einzig Dänemark konnte die Übermacht der Asiaten brechen und holte sich den Sieg im Herrendoppel. Bei dem mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier wurden heute die Final-Spiele ausgetragen. Dabei sahen die Zuschauer in der Saarbrücker Saarlandhalle auch zwei Endspiele mit deutscher Beteiligung: Jedoch konnten sich weder Michael Fuchs und Birgit Overzier im Mixed, noch das Herrendoppel Ingo Kindervater und Johannes Schöttler durchsetzen.

Das in Hinblick auf die Olympischen Spiele in London 2012 neu zusammengestellte Mixed Michael Fuchs und Birgit Overzier konnte in Saarbrücken ein weiteres Ausrufezeichen setzen und zog nach dem Titelgewinn bei den US-Open erneut in ein Finale eines Grand-Prix Gold Turniers ein. Hier musste sich das gemischte Doppel des Deutschen Badminton Verbandes (DBV) dem Weltklasse-Gespann Nan Zhang und Yunlei Zhao mit 20:22 und 9:21 geschlagen geben – die Chinesen sind die diesjährigen Sieger der prestigeträchtigen All England. „Wir waren heute zu passiv und haben uns deren Spiel aufzwingen lassen. Wer weiß? Wenn wir den ersten knappen Satz gewinnen, gibt uns das mehr Sicherheit und wir hätten vielleicht was ausrichten können. Aber wir hatten heute auch nicht unseren Sahnetag“, erklärte Michael Fuchs vom 1. BC Bischmisheim. Seine Spielpartnerin Birgit Overzier vom 1. BC Beuel sagte: „Wir hatten gewusst, dass es heute ganz schwer wird. Um gegen die Chinesen zu gewinnen, musst du eine überdurchschnittliche Leistung abrufen – das gelang uns heute leider nicht.“
 
  

Jan Ø. Jørgensen
Beim Kampf um die Titel hatte der DBV ein zweites heißes Eisen im Feuer: Im Herrendoppel-Finale mussten Ingo Kindervater und Johannes Schöttler gegen das an Nummer eins gesetzte dänische Top-Doppel Carsten Mogensen und Mathias Boe antreten. Gegen die Weltranglisten-Dritten aus Dänemark mussten sich die Deutschen mit zweimal 21:16 geschlagen geben. Somit fügten die Vize-Europameister nach ihrem Bitburger Open Sieg 2007 und 2008 einen weiteren hinzu. „Ich war heute fit und fühlte mich gut. Leider sind wir aber nie so richtig ins Spiel gekommen. Dass ich mich über den zweiten Platz hier freuen kann, wird noch ein bisschen dauern. Wenn man weiß, dass man eigentlich besser spielen kann, ist das schon ärgerlich“, so Ingo Kindervater vom 1. BC Beuel. Sein Partner Johannes Schöttler vom 1. BC Bischmisheim meinte: „Jetzt direkt nach dem Spiel bin ich natürlich enttäuscht. Aber wenn uns vorher jemand gesagt hätte, dass wir hier im Finale stehen, hätte ich direkt unterschrieben. Heute war schon mehr drin, aber wir haben uns zu lange, zu schlechte Phasen erlaubt.“

Ein kurioses Match lieferten sich im Herreneinzel der Weltranglisten-Elfte Chen Long und der Däne Hans-Kristian Vittinghus. Der an Position eins gesetzte Chinese gewann den ersten Satz überdeutlich mit 21:3. Der zweite ging jedoch mit 21:12 an den Europäer. Der dritte war dann wieder eine klare Angelegenheit für den Juniorenweltmeister von 2007 – Long fegte den Dänen mit 21:9 vom Court. Im Dameneinzel hatte Xin Liu kaum Probleme mit Rong Wang aus Macao – mit 21:16, 21:10 setzte sie sich durch. In der Qualifikation gestartet, marschierte die junge Chinesin bis ins Finale und warf auf ihrem Weg auch die an Position eins gesetzte Französin Hongyan Pi aus dem Turnier – immerhin ihres Zeichens Weltranglisten-Siebte. Rong Wang hingegen war für das Turnier-Aus der besten deutschen Einzelspielerin Juliane Schenk verantwortlich. Kurzer Prozess – war das Motto im Damendoppel: Die Chinesinnen Pan Pan und Qing Tian ließen den Niederländerinnen Lotte Jonathans und Pauline van Dooremalen nicht den Hauch einer Chance. Mit einem souveränen 21:7 und 21:10 sicherten sie sich den Platz ganz oben auf dem Treppchen.
Aus deutscher Sicht zog Jakob Hoi, der Chef-Bundestrainer des DBV, abschließend ein durchweg positives Fazit: „Wir haben heute gegen bessere Gegner verloren – aber wir haben auch das Potenzial unserer Spieler gesehen. Zwei Finalisten in einem Grand-Prix Gold Turnier zu haben, ist ein hervorragendes Ergebnis. Jetzt müssen wir noch mehr Konstanz in unser Spiel bringen, aber unser Leistungsvermögen konnten wir heute eindrucksvoll unter Beweis stellen.“
 
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