Bericht von Conrad Hückstädt

Racketlon Doppel/Mixed WM in Prag 2009

 

  
Nachdem ich im vergangenen Herbst schon an der Team- und Individual-WM im Racketlon teilnahm, wollte ich mal wieder über den Badminton-Tellerrand hinaus schauen und WM-Luft in der 4-Schlägersportart schnuppern, diesmal in den Doppeldisziplinen. Als Training diente eine Woche zuvor die Racketlon-Nighttour in Lyss, welche ich nach 5 teilweise harten Einzel-Matches etwas überraschend gewinnen konnte.

Eine spezielle Vorbereitung für Doppel und Mixed gab es mit meinen Partnern Valentin und Nicole nur sporadisch im Rahmen des Badmintontrainings in Adliswil. Gut gelaunt ob des warmen Frühlingswetters und zweier arbeitsfreier Tage ging es am Mittwochabend, 1. April, per Flug nach Prag. Mein letzter Besuch der goldenen Stadt mit den 1000 Türmen lag schon über 15 Jahre zurück – Zeit, in welcher neben einem modernen Flughafenterminal auch der schöne Sportkomplex für die Austragung des Racketlons entstand. Positiv fielen mir die vielen restaurierten Fassaden in der schönen Altstadt, die guten Verbindungen des öffentlichen Verkehrs und auch die allgemeine Sauberkeit Prags auf, welche sicher nicht nur durch den zeitgleichen Besuch von Barack Obama bedingt war. Ausserdem fand auch noch ein Final-Four-Turnier des Basketball-Europacups statt, wodurch tausende griechische Fans die Altstadt in die blaue Klubfarbe färbten. Im kleinen schweizer Racketlon-Team mussten wir uns gegenseitig anfeuern; hoffen für die nahe Zukunft aber schon auf Unterstützung in rot! Die Verbandsführenden der der FIR angeschlossenen Nationen nutzten Prag zur Tagung mit wegweisenden Ideen und spielten dann entweder im Turnier oder auf der feucht-fröhlichen Spielerparty um Ruhm und vordere Plazierungen.
 
  

Am ersten Tag gab es für Valentin und mich im Doppel-B leider eine sehr knappe Auftaktniederlage gegen zwei eingespielte Ungarn. Im Tennis fehlten am Ende nur wenige Pünktchen, welche wir im Tischtennis durch Taktik und meine Umstellung auf einen von selbst spielenden Schläger oder aber im Squash durch flatternde Nerven vergaben. Im Mixed wurden die Weltmeister nur in einer Kategorie ausgespielt, sodass wir nach einem Freilos ausnahmslos auf starke A-Teams treffen konnten und gegen eine deutsche und eine tschechische Paarung zweimal den kürzeren zogen – allerdings auch erst im Tennis. In allen Doppel- und Mixedmatches lief es im Badminton spielerisch und punktemässig sehr gut mit meinen Partnern und wir arbeiteten uns in dieser Teildisziplin immer hohe, teilweise zweistellige Punktedifferenzen heraus. Das diente als Grundlage für die folgenden Begegnungen, welche wir alle gewannen – gegen ein ungarisches und ein tschechisches Doppel sowie ein österreichisches Mixed und bedeutete am Ende die Plazierungen 17 im Doppel B und 13 im Mixed A bei der WM!

Der zweite Wettkampftag endete für mich mit zwei Siegen im Einzel B gegen deutsche Kontrahenten. Obwohl die Einzelkonkurrenz lediglich als World Tour Turnier ausgetragen wurde (nach WM und Super World Tour die nächsthöhere Kategorie), tummelten sich im B-Feld trotzdem viele starke Spieler, da das A-Tableau mit den Profis der Doppel-WM gefüllt war. So war es für mich umso erfreulicher, auch den Samstag ungeschlagen zu beenden. Schon die Drittrundenpartie gegen Frankel, einen weiteren Deutschen, war eine harte Sache; das Viertelfinale jedoch ein wahrer Nervenkrimi. Aber schon im Tischtennis gelangen mir – hervorragend eingestellt und gecoacht durch Team Switzerland – überraschend viele Punkte gegen den flinken Polen, im Badminton gestattete ich keinen Gegnerpunkt, den Squashcourt verliess ich als knapper Sieger und so brauchte ich „nur“ noch 3 Punkte im Tennis.
 

  
Jedoch zeigte sich, warum Racketlon eine derart faszinierende Sportart ist: Nach einem frühen Fehler fand mein Gegenüber zu seinem fehlerlosen Spielrhythmus, setzte präzise Lobs und Passierschläge nacheinander dicht an die Linie. Irgendwie gelang mir ein zweiter Punkt vor dem Seitenwechsel bei 2:11. Ich musste weiterhin meine Punktchance mit offensiven Volleys am Netz suchen und auch nach verschlagenen Bällen die Ruhe bewahren. Das zahlte sich, gerade noch rechtzeitig, erst bei 3:17 mit einem Volleypunkt aus und löste Erleichterung und Freude über das Erreichen des Halbfinals aus! Es folgte die schon oben erwähnte Spielerparty mit Buffett, Siegerehrungen in den Doppeldisziplinen, Drinks und Disko, mit welcher sich die Racketlongemeinde gebührend feierte...

Erstaunlich, zu welchen Leistungen so manch einer am folgenden letzten Spieltag noch fähig war! Für mich war der deutsche Bosselmann nach gewonnenem Tischtennis und Badminton im Squash und Tennis einfach zu stark, er lag am Ende unterm Strich mit 7 Punkten vor. Das Match um die Bronzemedaille ging dann kampflos an mich – zu kaputt war mein Gegner nach seinem Halbfinale gegen den späteren B-Sieger aus Finnland. Abschliessend langte es noch für ein teaminternes Essen in der Sonne sitzend am Ufer der Moldau, bevor eine ereignisreiche Turnierreise zu Ende ging, gleichzeitig aber auch Lust auf mehr generierte. Ich werde dann sicherlich wieder berichten...
 

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Bericht von Conrad Hückstädt
 
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